Österreich ist im internationalen Frauenfußball zwar keine Großmacht, doch Achtungserfolge gab es zuletzt im UEFA Women’s Cup, dem Pendant zur Champions – League.
2007 schaffte es der SV Neulengbach ím Women’s Cup unter die Top 16 Teams Europas. Titelverteidiger Arsenal Ladies war aber eine Nummer zu groß.
Auf Nationalmannschaftsebene, wo seit Jahren die Deutschen das Geschehen dominieren, war Österreich bisher nur Zaungast. Auf Vereinsebene aber konnte sich Österreichs Serienmeister, der SV Neulengbach, unter Europas Top 16 etablieren.
WM: Deutsche Dominanz
Im WM Finale 2007 in Peking schlug die DFB-Auswahl die in der Vorrunde beeindruckenden Brasilianerinnen (mit Neulengbachs Rosana) 2:0 und verteidigte damit den Titel von 2003. Im Spiel um Platz 3 bezwangen die USA den Weltmeister von 1995, Norwegen, mit 4:1. Die US-Frauen sicherten sich ihrerseits 1991 und 1999 den Weltmeistertitel.
Österreich konnte sich für die WM 2007 in China ebenso wenig qualifizieren, wie für die vier Endrunden (1991, 1995, 1999, 2003) davor. Mit mageren vier Punkten beendete das ÖFB-Frauenteam die Qualifikation als Gruppenvierter hinter England, Frankreich und Holland, aber noch vor Ungarn.
EM: Keine EUROphorie bei den Frauen
In der laufenden Qualifikation für die EM-Endrunde 2009 in Finnland, liegt Österreich nach vier Spieltagen ebenfalls abgeschlagen auf Rang vier. Gegen Israel gelang zwar zu Hause ein 5:0 Kantersieg, nach deutlichen Niederlagen gegen Russland (1:5 H) und Norwegen (0:3 A), sowie einer knappen 0:1 Heimniederlage gegen Polen ist die Qualifikation aber, wie bei allen Endrunden seit 1984, in weite Ferne gerückt.
Titelverteidiger sind auch auf europäischer Bühne die DFB-Frauen. Sie haben geradezu ein „Abonnement“ auf den Europameistertitel: sechs von neun Titeln gingen seit der Einführung des Bewerbes 1984 an die Deutschen. Zuletzt gewannen sie vier Titel in Serie (1995, 1997, 2001 und 2005). Somit konnte seit 1995 kein anderes Land die kontinentale Meisterschaft für sich entscheiden.
Pionierinnen in Skandinavien
Davor – in den 80ern und 90ern – dominierten Schweden und Norwegen den europäischen Frauenfussball. Die Schwedinnen holten 1984 den ersten Europameistertitel und unterlagen sowohl 1995 als auch 2001 Deutschland erst im Finale. Norwegen holte sich 1987 (2:1 gegen Schweden) und 1993 (1:0 gegen Italien) den Titel. Auch 1989, 1991 und 2005 standen die Norwegerinnen im Finale, scheiterten aber jedesmal – an den Deutschen.
Women’s Cup: die Champions League der Frauen
Skandinawische Teams waren in den letzten Jahren auch die größten Herausforderer für deutsche Meister im Women’s Cup. Im Pendant zur Champions League machten in den letzten Jahren Umea IK aus Schweden (2003, 2004), Turbine Potsdam (2005) und der 1.FFC Frankfurt (2006) den Titel unter sich aus, ehe im Vorjahr die Arsenal Ladies aus England im Finale über Umea IK triumphierten.
Stammgast im Women’s Cup ist auch der SV Neulengbach. In der laufenden Saison beeendete Österreichs Serienmeister die erste Qualifikationsrunde, wie schon 2005/06, sogar als Gruppenerster und schaffte es unter die besten 16 Teams in Europa. Dort scheiterte man allerdings am Titelverteidiger – den Arsenal Ladies.
ÖFB-Frauen als Legionärinnen
Als Viktoria Schnaderbeck und Carina Wenninger im Sommer 2007 vom LUV Graz zu den Münchner Bayern wechselten, trafen sie auf Landsfrauen, die schon länger in Deutschland aktiv sind: mit Nina Aigner (seit 2001), Sonja Spieler (2002) und Torfrau Birgit Leitner (2004) standen bereits drei Österreicherinnen im Kader der Bayern. Die FCB-Frauen, spielen allerdings – im Gegensatz zu den Männern – im deutschen Fußball nur die zweite Geige hinter dem 1.FFC Frankfurt und Turbine Potsdam. Mit Kerstin Straka (TeBe Berlin) kickt eine weitere Österreicherin in der Deutschen Frauenbundesliga.
Links:FIFA: Fussball WM der Frauen
UEFA: Fussball EM der Frauen
ÖFB: Frauennationalteam UEFA: Women’s Cup