Die Frauenfußball – Bundesliga startet am 8. März im neuen Play off – Modus in die Frühjahrsrunde. Für Spannung ist gesorgt, denn gleich vier Teams jagen den Serienmeister SV Neulengbach.
So spannend wie heuer war die Frauen-Bundesliga noch nie. Nur vier Punkte trennten die ersten drei Teams nach dem Herbstdurchgang. Knapp hinter dem Titelverteidiger SV Neulengbach landeten Union Landhaus und Wacker Innsbruck auf den Plätzen zwei und drei.
Jedes Spiel ein Endspiel
Eröffnet wird die Frühjahrsrunde mit der Partie LUV Graz gegen Wacker Innsbruck am 8. März. Die Erstrundenpartie zwischen ASK Erlaa und SV Neulengbach wird – aus Termingründen – erst zwei Wochen später, am 22. März, ausgetragen. Verlieren verboten, lautet die Devise für die Teams, denn „im Play off ist jedes Match wie ein Endspiel“, meint Isabel Hochstöger, Leiterin der Abteilung Frauenfußball im ÖFB im Interview. Sie ist gleichzeitig Kapitänin von USC Landhaus und rechnet sich gute Chancen für ihr Team aus: „Denn jeder kann jeden schlagen“.
Es wird also nicht leicht für den SV Neulengbach, den Titel zu verteidigen. Trainerin Olga Hutter sieht sich dennoch als Favorit und möchte „die Erfahrung aus dem Women’s Cup in die Meisterschaft mitnehmen“. Dabei kann sie auf die wiedergenesene brasilianische Spielmacherin Rosana und die Topscorerin der Liga, Nina Burger setzen.
Alle jagen Neulengbach
Der neue Play off – Modus soll die Spannung in der Frühjahrsrunde noch erhöhen. Dort werden die Karten neu gemischt und so haben gleich vier Teams die Chance, die hoch favorisierte Truppe um die brasilianische Vizeweltmeisterin Rosana vom Thron zu stürzen.
Im Play off werden die Punkte aus dem Herbst zusammengeschmolzen und so erhalten die Teams nur Punkte für ihre jeweilige Platzierung. Neulengbach startet also mit fünf Punkten, Landhaus mit vier, Innsbruck mit drei. Mit dem Cupfinalist 2006 und 2007, LUV Graz (2 Punkte), lauert ein weiterer Spitzenklub auf Platz vier. Für eine Überraschung ist auch der fünftplatzierte ASK Erlaa (1 Punkt) gut. Die Wienerinnen unterlagen im Herbst dem Meister nur knapp mit 0:1. Herausforderer Nr. 1 ist aber Union Landhaus. Sie fügten Neulengbach die einzige Niederlage in der Hinrunde zu und gelten als aussichstreichste Konkurrenz. Das bestätigt auch Horst Braun, sportlicher Leiter der Wacker Innsbruck – Frauen. Er sieht eine “40:60 – Chance” für Landhaus, heuer den Meistertitel nach Wien zu holen.
Die Tirolerinnen selbst müssten sich im Frühjahr deutlich steigern, um am Ende ganz vorne zu landen. Im Herbst setzte es in Neulengbach eine empfindliche 1:8 Niederlage. “Wir haben zwar das Potential Neulengbach zu schlagen, aber so eine Topleistung können wir über längere Zeit nicht halten. So weit sind wir noch nicht”, relativiert Braun die Titelambitionen der Tirolerinnen. Sein Saisonziel ist ein Platz unter den Top 3.
Schaffen es die Wacker-Frauen die Dominanz von Neulengbach zu durchbrechen?
Wacker Innsbruck holte in der Saison 2001/02 den bislang letzten Meistertitel, der nicht nach Neulengbach ging. Seit 2002/03 holten die Niederösterreicherinnen fünf Meisterteller in Serie.
Mehr Spannung – mehr Zuschauer
Im oberen Play off treten nur mehr die fünf Topvereine gegen einander an und machen in Hin- und Retourspielen den Meister unter sich aus. Oder wie es Tirols Braun formuliert: „Ab jetzt gibt’s keine wucki-wucki Spiele mehr“. Das soll die Spannung in der Meisterschaft erhöhen und mehr Topspiele bringen. Damit will die Liga mehr Zuschauer in die Stadien locken und den Frauenfußball für Sponsoren attraktiver machen. Mit der Ligareform reagiert der ÖFB auf das Leistungsgefälle im Frauenfußball, das mitunter zu zweistelligen Siegen geführt hatte, erklärt Hochstöger. Erst im Dezember hatte Neulengbach Nachzügler Leoben 17:0 abgefertigt.
Links:
ÖFB – Frauenbundesliga SV Neulengbach Union Landhaus Wacker Innsbruck LUV Graz ASK Erlaa Österreichs Meister im Frauenfußball (seit 1982) Frauenfussball in Österreich (Website Union Kleinmünchen)